Begriffserklärungen

Open Source Loop

Ein (Closed) Loop ist ein Prozess, der nach Ablauf automatisch immer wieder von vorn anfängt.
Hier ist damit ein Prozess gemeint, der automatisch die Insulinzufuhr einer Insulinpumpe möglichst gut auf das abstimmt, was der Körper gerade benötigt.
Open Source bedeutet, dass der Quelltext (Quellcode) frei zugänglich ist: Man darf schauen, nutzen, ändern – oft kostenlos und stets auf eigenes Risiko. Entwickler von Open Source Software zeigen lediglich eine Möglichkeit auf, die Verantwortung bei der Anwendung liegt allein beim Nutzer.
Ein Open Source Loop ist ein DIY (Do-It-Yourself) System: Jeder kann einen allgemeinen Quelltext einsehen und – in eigener Verantwortung – für seine Bedürfnisse bearbeiten und so abändern, dass daraus ein Closed Loop mit der eigenen Pumpe wird. Die Entwickler der Software verschiedener Loop Systeme stellen etwas dar, was bei ihnen aktuell funktioniert, sie geben damit aber ausdrücklich keine medizinischen Ratschläge. Die Nutzung der Software geschieht auf eigenes Risiko.

Looper sind die Nutzer eines Open Source Loops.

Do-It-Yourself

Wörtlich übersetzt heißt das Tu-Es-Selbst, es geht also um etwas, das man selbst in die Hand genommen hat.
Dabei sollte jedem bewusst sein, dass eine Therapieform oder -maßnahme, die bei einer Person gut funktioniert, nicht automatisch gut für eine andere Person ist.

„Selbst in die Hand nehmen“ ist sehr wichtig beim Open Source Loop, weil es sich
1. um ein nicht CE-zertifiziertes System handelt,
2. man in eigener Verantwortung und auf eigenes Risiko handelt und
3. extrem wichtig: jeder verstehen muss, wie sein persönlicher Diabetes funktioniert, denn ein menschlicher Organismus reagiert nicht wie der andere, es gibt nicht einmal eine völlige Übereinstimmung bei einem selbst, was gleiche Situationen anbelangt.

Bevor man sich an einen Open Source Loop heranwagen könnte, muss auf jeden Fall die eigene Diabetestherapie schon optimiert sein. Besondere Situationen (z.B. Sport, Hormoneinflüsse, Krankheit) erfordern auch mit einem Loop besondere Maßnahmen. Ein Loop ist kein Wundermittel der modernen Technik, sondern kann dann das Sahnehäubchen auf einem ohnehin schon optimalen Diabetesmanagement darstellen, wenn man ihn richtig anwendet.
Wer nicht bereit ist, sich als erstes – und auch immer wieder – ausgiebig mit seiner Therapie auseinanderzusetzen, für den ist zumindest jetzt und in näherer Zukunft ein Closed Loop ungeeignet. In dem Fall kann ich nur davon abraten

Den Begriff DIY kennt man aus dem Handarbeits- oder Heimwerkerbereich. Im Zusammenhang mit dem Open Source Loop verleitet das dazu, sich unter dem notwendigen DIY Anteil beim Loopen vorzustellen, dass jemand womöglich an seiner Pumpe „herumschraubt“ oder zumindest deren Software verändert. Das ist nicht der Fall. Der selbst – auf eigenes Risiko – eingerichtete Open Source (Closed) Loop nutzt eine bereits vorhandene Fernbedienungsfunktion der Pumpe und veranlasst nichts, was man nicht auch manuell mit der Pumpe einstellen könnte. Der einzige Unterschied: Der Loop Algorithmus funktioniert auch dann, wenn man selbst nicht (gut) dazu in der Lage wäre, die Pumpe manuell zu bedienen, so etwa im Schlaf oder im schlaftrunkenen Zustand.

Loopertreffen

Was passiert bei einem Loopertreffen? Sind dort nur Looper?
Vorträge halten/hören, am eigenen Loop arbeiten, bei einer gemeinsamen Mahlzeit über Diabetes Typ 1, Typ F, loopen, Sport und verschiedene andere Themen plaudern, technisches Wissen oder Neuigkeiten austauschen, Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen – Loopertreffen sind so vielfältig wie die Gastgeber und die Gäste.
Gäste sind Looper, medizinisches Fachpersonal, Menschen mit Diabetes Typ 1, Mitarbeiter von Firmen, die mit Diabetesbedarf zu tun haben (Herstellung oder Vertrieb), Menschen mit Diabetes Typ F (= Familie und Freunde), kurzum: Alle, die sich für das Loopen und Looper interessieren.

Wie erfahre ich, ob in meiner Nähe Loopertreffen stattfinden?
Wir geben auf einer Seite die Treffen bekannt, von denen wir wissen:
treffen.androidaps.de
Diese Seite versuchen wir so aktuell wie möglich zu halten. Es lohnt sich, immer mal wieder dort zu schauen, weil die Loopertreffen inzwischen wie Pilze aus dem Boden schießen.